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Verladen: Mit Pferden unterwegs im Anhänger

[FNverlag Online-Newsletter pferdenah 03/2010] Man kann verstehen, warum viele Pferde das Einsteigen in den Anhänger erst einmal unheimlich finden. Als Flucht- und Lauftier sollen sie freiwillig in ein enges, dunkles Gefährt klettern und dabei die gewohnte Herde verlassen. Deswegen muss das Verladen ohne Stress sorgfältig geübt werden, so dass die Sicherheit für Pferd und Mensch immer an erster Stelle steht. Und wenn alles "sitzt", wird das Verladen und Transportieren ganz selbstverständlich zu einem positiven Erlebnis für Pferde.

Früh übt sich, wer später mal ein gut zu verladendes Pferd werden möchte. Und das geht bei Fohlen am besten mit der Mutterstute als Vorbild. Lässt diese sich nämlich gelassen verladen, folgt das Fohlen ihr vertrauensvoll. Anfangen kann man damit, die Stute mit Fohlen über eine kleine Holzbrücke (zum Beispiel aus einem Trailparcours) zu führen. Am folgenden Tag kann man das Training fortsetzen und mit dem Betreten der rutschfesten Rampe und des Anhängers beginnen. Viele Fohlen sehen diese Übungen als Spiel an und gehen aus Neugier oft von ganz alleine in den Hänger. Die vordere Anhängertür sollte allerdings geschlossen bleiben, damit das Fohlen dort nicht aus versehen wieder heraus möchte, dabei stecken bleibt und sich verletzt. Ein erfahrener Ausbilder sollte dieses Training betreuen und begleiten.

Da Pferde heutzutage sehr oft transportiert werden, sollte das stressfreie Verladen ganz selbstverständlich sein. In Notfallsituationen wie einem Transport in die Klinik, darf es keine Zeitverzögerung durch Verladeprobleme geben. Die Devise lautet also: Vorher üben!

Bevor es ans Verladen geht, sollte überprüft werden, dass sowohl der Pferdeanhänger als auch das Zugfahrzeug in einem einwandfreien Zustand und für die Zuglast (Gewicht des Hängers plus Gewicht des Pferdes) zugelassen sind. Verladeklappe und Anhängerboden sollten mit rutschfestem Material ausgestattet sein.

Das Pferd, welches verladen wird, sollte sich korrekt und gelassen überall am Strick hinführen lassen und dem Menschen vertrauen. Um das noch besser vorzubereiten eignen sich zum Beispiel verschiedene Bodenarbeitsübungen aus den geführten Gelassenheitsprüfungen der FN (Buchtipp: Gelassenheit im Pferdesportt von Georg W. Fink).

Sicherheitsmaßnahmen und Tipps fürs Verladen

  • Beim Verladen immer Ruhe bewahren und Zeit einplanen.
  • Handschuhe und festes Schuhwerk anziehen.
  • Möglichst zu zweit oder zu dritt verladen mit einem erfahrenen Reiter/Ausbilder.
  • Für das Pferd ein gut sitzendes Halfter und einen stabilen Führstrick mit Panikhaken verwenden. Möglichst das Pferd mit Transportgamaschen ausrüsten.
  • Beim Heraufführen des Pferdes zügig und selbstverständlich vorgehen, sich dabei nicht komplett umdrehen und das Pferd anschauen.
  • Immer erst die rückwärtige Abschlussstange einhängen und die Verladeklappe schließen, bevor das Pferd angebunden wird.
  • Das Pferd im Anhänger auf keinen Fall zu lang anbinden.
  • Eventuell ein Heunetz zum Fressen im vorderen Bereich hoch genug aufhängen, so dass Pferd auch kurz angebunden noch gut herankommt und während der Fahrt mit Fressen beschäftigt/abgelenkt ist (bei längeren Fahrten zu empfehlen).
  • Das Pferd loben, wenn es seine Sache gut macht hat.
  • Das Entladen erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: Man löst erst den Anbindestrick, bevor die Klappe heruntergelassen wird und die hintere Stange ausgehängt wird.
  • Beim Ausladen achtet man darauf, dass das Pferd nicht seitlich von der Klappe herunterrutscht, bzw. daran vorbeitritt. Ein zweiter Helfer kann hier die seine Hand seitlich an die Hinterhand des Pferdes legen und ihm eine so eine leichte Begrenzung geben, damit es gerade heruntertritt.
  • Die Verschlusshebel der Anhängerklappe sollten niemals seitlich herausragen (Verletzungsgefahr).
  • Bei Pferden, die Probleme beim Verladen machen, kann man eventuell die Trennwand zum Einsteigen breiter stellen und seitlich zwei Longen als Einstiegshilfe (Begrenzung) benutzen. Auch ein zweites Pferd, das schon auf dem Anhänger steht, kann eine Hilfe sein.
  • Während des Transports ruhig und vorausschauend fahren, so dass Pferde immer wieder willig in den Hänger gehen. Ganz wichtig ist, dass Fahren mit dem Pferdeanhänger schonend abläuft. Das heißt der Fahrer fährt sehr langsam an und bremst ebenso vorsichtig. Geübt werden sollte vor allem das Fahren von Kurven, in denen die Geschwindigkeit verringert wird. Hierfür werden zum Beispiel vom ADAC oder anderen Anbietern Sicherheitsfahrtrainings mit Anhängern angeboten.